30. Januar 2015

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Blogging and the real life

Bloggen & das echte Leben. Manchmal kommt es mir vor als wären das Gegensätze. Nicht vereinbar. Zumindest nicht bei mir. Denn ich arbeite nicht in der Social Media Branche & nutze diesen Blog zur Vermarktung meinerselbst, meiner Fotos, meines Foodstylings oder whatever. Nö, ich bin eine ganz normale junge Frau, die einen Vollzeitjob hat & das ganze mal als privates Tagebuch gestartet hat. Das es das nicht mehr ist, liegt vor allem daran, dass durch die steigenden Leserzahlen auch die Anonymität wich. & ganz ehrlich? Ich habe keine Lust darauf, dass am Ende jeder mein gesamtes Seelenleben kennt.
Also habe ich mich hier auf das konzentriert was ich gerne mache: Fotografieren, Backen, Kochen, Werkeln. Läuft. Aber mit der steigenden Anzahl an Blogs ist es irgendwie auch so eine Art Druck geworden, was Tolles, was Neues, Außergewöhnliches zu zeigen. Das nervt mich irgendwie. Denn ich bleibe meinem grünen Gewissen da treu: Für den Blog wird nichts gekocht oder gebacken, was nicht auch gegessen wird. Ich kaufe keine neue Deko, nur weil ich das dann fotografieren kann. Ich fange kein DIY-Projekt an, nur weil ich es dann verbloggen kann, es aber in Wirklichkeit gar nicht brauche. Ich gehe auch nicht ständig Kaffee trinken, weil sich das auf Insta so gut macht. Hätte ich nebenbei bemerkt auch gar nicht so viel Zeit zu.
Blogger sein bedeutet in letzter Zeit auch immer ein Leben als Show zu führen. Zumindest entsteht da bei mir so der Eindruck, wenn ich mir einige Blogs anschaue. Nicht alle, wir pauschalisieren hier ja nicht! Ich missgönne auch niemanden die Tatsache, dass er vom Bloggen lebt. Das sollte hier nicht falsch verstanden werden.
Aber irgendwie will doch jeder heutzutage Blogger sein. & das bedeutet überspitzt gesagt: Als Fashionblogger musst du täglich toll aussehen & was Neues zum Anziehen haben. Stelle ich mir persönlich ja echt anstrengend vor & teuer & absolut nicht nachhaltig. Ähnlich bei den Beautybloggern. Klar, du musst nicht immer top aussehen, weil es ja Photoshop gibt, aber die Zeit zum Schminken muss investiert werden. Ebenso das Geld für die ganzen neuen Produkte, die dann einmal geswatched werden. Daraufhin, aber nie benutzt. Sieht man ja oft genug durch die Blogsales, wo dann genau das dran steht. Teuer, nicht gerade nachhaltig & weiß ja nicht, wie das bei andern ist, aber meine Haut würde bei dem ganzen Hin & Her völlig verrückt spielen. Achja, da war ja Photoshop. & wie machen das die ganzen Backblogger, die täglich neue Rezepte posten? Ich bitte euch. So viel kann doch keiner Essen ohne fett zu werden! Oder doch? Ich befürchte ja, dass doch viel in die Tonne wandert. & dabei (Achtung, Mamaspruch!) verhungern woanders Menschen.
& die Moral von der Geschicht? Sowas gibt es bei mir nicht. Oder so, weil meine ganze Gedankenspinnerei ja einen schön klingenden Abschluss braucht. Wodurch das ganze übrigens erst entstannt, ist die Tatsache, dass der Liebste & ich ein neues Trainings- und Ernährungsprogramm gestartet haben. Da kann ich leider keine Törtchen backen & sie hier präsentieren. Dafür versuche ich dann die wirklich leckeren Gerichte zu posten, die wir kochen. Hoffe, das geht für euch ok :)

Wie denkt ihr eigentlich darüber?
Oder wie macht ihr das?

Ich möchte damit auch niemandem zu Nahe treten. Wenn es jemand so macht & das selbst gut findet ist das völlig ok, denn jeder trifft seine eigenen Entscheidungen. Der Text mag vielleicht an manchen Stellen bissig und sarkastisch klingen, aber das ist eben meine Art den Dingen Nachdruck zu verleihen. Wer sich angesprochen fühlt, möge mir diese Art verzeihen & einfach drüber nachdenken warum er sich angesprochen fühlt & ihn das mitunter vielleicht sogar ärgert. Wer sich angesprochen fühlt, weil er in eine der erwähnten Branchen fällt, es aber anders macht, der möge sich doch einfach nicht ägern. Wenn du es nicht so machst, warst du nicht gemeint. Alles gut.

So, damit der Post nicht ganz Bilderlos bleibt, eine kleine Collage von schönen Bildern aus dem letzten Jahr. Alle auf dem Blog gepostet, aber nicht für den Blog gemacht. Sondern für die Erinnerungen vom Liebsten und mir.


Sorry, no english version.
 photo 5_zps38feb8d6.jpg

Kommentare:

  1. Der kleingedruckten Anmerkung hätte es, meiner Meinung nach, gar nicht bedurft. Bissig klingt der Text nicht, nur ehrlich. Und es ist einfach wahr: Blogger zu sein, ist manchmal Show. Aber manchmal passt das Leben einfach gerade nicht ins Blogschema, weil man nichts hat, was man "vorführen" könnte. Extra etwas zu machen, um es verbloggen zu können, kann auf lange Zeit wohl nicht gut gehen, wenn man ehrlich bleiben und wirklich leben möchte. Du fasst es eigentlich wunderbar zusammen, da brauche ich nicht viel hinzuzufügen. :)

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  2. Hi Süße!
    Erst mal vielen lieben Dnak für den langen und verständnisvollen Kommentar bei mir. Ich habe dieses Mal auch ein gutes Gefühl, dass es klappen kann, da ich z.B. mit dem Sport nicht angefangen habe um abzunehmen, sondern um mich besser zu fühlen und so eins zum anderen geführt hat. Bodyweightübungen habe ich früher sehr viel gemacht, wäre eigentlich auch gut, die wieder einzubauen - Danke für den Tip!

    Jetzt zu deinem Text: Ich stimme Dir voll und ganz zu! Ich habe ja seit Mama's Tod sehr, sehr wenig gebloggt, eben weil ich nichts blogrelevantes zu sagen hatte / habe. Da ist eben derPunkt mit dem Seelenleben: Natürlich könnte ich seitenweise über die Trauer bloggen (im November ist meine Oma auch noch unerwartete verstorben, ist ja nicht so, als wäre es langsam genug), über die riesige Krise die ich seitdem ahbe usw., aber ich möchte das nicht auf meinem Blog breittreten, da ich mittlerweile eben auch kein gutes Gefühl mehr habe, wenn ich mein Seelenleben im Netz so offen zeige. Deswegen habe ich auch eine große Zahl der alten, sehr privaten Posts, gelöscht, da ich mich damit eben nicht mehr wohl gefühlt habe. Ich würde gerne mehr bloggen und am liebsten auch persönliches Dinge, aber das ist mir dann wieder zu privat.
    Ich muss sagen, dass ich bei den Foodblogs gar nicht darüer nachgedacht habe, was mit den Kuchen & Co. passiert, aber das was Du schreibst macht durchaus Sinn. Ich dachte immer bei mir läuft was falsch,oder ich habe einfach eine zu kleine Familie um eben so viel zu backen *g* Ich finde es sehr gut, dass Du auch nur über die Dinge schreibst, die wirklich in deinem Leben eine Rolle spielen und nicht "gekünstelt" eine Scheinwelt präsentierts :-)
    Ich freue mich schon auf die neuen Posts und wünsche Dir / Euch noch einen schönen Sonntag!
    XOXO
    Mia

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  3. Hallo,
    ich habe erste vor kurzem einen ähnlichen Beitrag über das Blogger Leben geschrieben. Da geht es aber mehr um das ausnutzen und Desinteresse untereinander. Das war der Start zu einer kleinen Serie auf meinem Blog. Etwas ähnliches wie dein Beitrag kommt da auch noch. Mir geht es nämlich ganz ähnlich wie dir und dabei bin ich nur Hausfrau. Auf Instagram ist bei mir kaum etwas los da ich weder täglich irgend was besonderes erlebe noch irgend etwas kaufe. Ich war in der back Schiene gefangen und habe mich davon nun ein wenig gelöst da ich nicht so viel backen könnte wie es die anderen Back Blogger machen. Mein Sohn würde sonst auch Kugel rund werden :-D Man muss aber bedenken das Fashion und Beuaty Blogger viel geschenkt bekommen um es zu präsentieren und das die großen Blogger Ihren Blog zum Beruf gemacht haben. Für sie gehört also all das was sie machen zum Job und sie verdienen Geld um das auch zu finanzieren. Die normalen Blogger bezahlen alles aus ihrer privaten tasche ohne den Hintergedanken von Gewinneinbringung.
    genervt bin ich von dem Druck auch. Derzeit steigt meine Klickzahl und Leserzahl fast täglich und dadurch verspüre ich immer mehr den Drang schneller neue Beiträge zu veröffentlichen um bloß nicht langweilig zu werden und dabei ist es so schwachsinnig da von meinem Blog einfach nichts abhängig ist :-D
    LG
    Michelle

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  4. Schöner Beitrag, auch wenn ich ebenfalls finde, dass du dich nicht für diesen Standpunkt "rechtfertigen" musst. :)
    Ich folge kaum professionellen Blogs, aber diese Menge an Make-Up die manche haben und nicht nutzen, finde ich auch unglaublich schlimm. (Aber auf der einen Seite habe ich halt auch 100 Nagellacke... :x Dafür rege ich mirch andererseits auch über mich auf, wenn ich eine Handcreme kaufe obwohl die andere eigentlich noch gar nicht leer ist... Mhm.) Weil ich keinen reinen Foodblogs folge habe ich mir da noch keine Gedanken gemacht, aber falls das wirklich weggeschmissen werden sollte... Wow. Essen wegschmeißen ist für mich das Schlimmste. Ich hab mich mal wirklich krass mit einem Exfreund von mir gestritten, weil er eine Tüte Milch entsorgen wollte, nur weil sie den halben Tag nicht im Kühlschrank stand. Ich mein.. what?! Aber das ist ja jetzt nicht Thema ^^"
    Jedenfalls... schön, dass du dir da Gedanken drüber machst. Und ich finde auch, dass man da schon zu einem gewissen Grad stolz drauf sein kann :D Wie du gesagt hast, wenn man sich angegriffen fühlt, dann aus gutem Grund!

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